Datenbanken des SFB/TRR 138

A01 — Versicherheitlichung durch Geiselstellungen von der Antike bis zur Frühen Neuzeit 

  

A03 — Dynastische Eheverträge und Versicherheitlichung

» Datenbank A01

 

» Datenbank A03

Die vorliegende Datenbank dokumentiert die Ergebnisse des Teilprojekts A01 "Versicherheitlichung durch Geiselstellungen von der Antike bis zur Frühen Neuzeit", welches im SFB/TRR 138 "Dynamiken der Sicherheit" an den Universitäten Marburg und Gießen angesiedelt ist. Das Projekt widmet sich dem Phänomen ein- wie wechselseitiger Geiselstellung – in Abgrenzung zu Geiselnahme oder Kriegsgefangenschaft – als Vertragsgarantie im Rahmen auswärtiger Beziehungen von der römischen Antike über das Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit. In nachfolgender Falldatenbank werden epochenübergreifend und -vergleichend historisch-politische Kontexte analysiert, in denen dieses Instrument Dialektiken der Herstellung und Darstellung von Sicherheit im Wege symbolischer Kommunikation bzw. sukzessiver Normierung erkennbar werden lässt. Ziel ist es, die gewonnenen Ergebnisse einer wissenschaftlichen Öffentlichkeit zu präsentieren und für die verschiedensten wissenschaftlichen Zugänge nutzbar zu machen.

 

Zu den wissenschaftlichen Zielen des Teilprojekts A03 gehört die Erstellung der Datenbank "Dynastische Eheverträge der Frühen Neuzeit (1500-1800). Angestrebt ist die systematische Erfassung und Erschließung sämtlicher Eheverträge königlicher Dynastien im Europa der Neuzeit (Gesamtcorpus: etwa 700). Im Zentrum steht dabei die forschungsorientierte Aufbereitung und Bereitstellung der Vertragsinhalte anhand eines Analyserasters, das während der 1. Förderphase des SFB/TRR 138 erarbeitet wurde. Informationen über die beteiligten Dynastien und Gemeinwesen sowie die konkret involvierten politischen Akteure werden ebenso aufgenommen wie die Inhalte der Verträge, die Beteiligung ständischer Instanzen, konfessionelle Bestimmungen, begleitende vertragliche Regelungen oder vorangegangene Konflikte, jeweils mit Verweisen auf archivalische und gedruckte Überlieferungen der Vertragstexte. Damit stellt die Datenbank "Dynastische Eheverträge der Frühen Neuzeit (1500-1800)" einen umfangreichen und anhand unterschiedlicher Parameter durchsuchbaren Zugang zu dynastischen Eheverträgen der Frühen Neuzeit dar, die einen zentralen Bestandteil des europäischen Vertragsrechts bilden.

 

General Research Programme of the SFB/TRR 138

Throughout history, at least since the beginnings of modern statehood, the security of individuals has been both the objective of government and the legitimation for government. Thus, the societal notion of security and the dealing with it have always been of vital significance for the form and formation of existing and emerging political orders. It is beyond question that security has become a powerful topos, a key concept, capable of legitimating a vast number of political actions. Since April 2014, the researchers at the universities of Marburg and Gießen as well as the Herder Institute for Historical Research on East Central Europe have devoted themselves to the issue “Dynamics of security. Forms of securitization from a historical perspective” in the SFB/TRR 138. They investigate how perceptions of security have developed throughout history and how these were involved in the political process. In doing so, the SFB/TRR takes research approaches from political science, specifically the model of securitization of the Copenhagen School of International Relations, and develops these further out of a historical perspective. The research association thus performs, for the first time, a comprehensive analysis of the political dynamics with which securitization processes and the opposing desecuritization processes are linked - including their ambivalence and dialectics.

To do so, the SFB/TRR does not apply any fixed, static understanding of security. Instead, security is seenas changeable and variable within the historical process, as a social construct that is the object of competing interpretations and interests and can thus only be comprehended historically, like other fundamental concepts and values in socio-political language. It follows from this approach that the research association’s analysis does not focus on a period of time, such as the most recent  contemporary history that has previously been at the fore of security research, but transcends the boundaries of eras and thus investigates and, if necessary, breaks them down. The objective of the collaborative, interdisciplinary research work of SFB/TRR 138 - including history, social sciences, law, history of art - is initially to create a set of analysis tools and finally, over the course of the twelve-year funding period, achieve an overall typology of the dynamics of security throughout history.




 

 

 

 

 

 

 

Forschungsprogramm des SFB/TRR 138

Sicherheit ist ein Schlüsselbegriff der internationalen wie nationalen politischen Diskussion, dessen Bedeutung in den letzten Jahren noch gewachsen ist. Forscherinnen und Forscher der Philipps-Universität Marburg und der Justus-Liebig-Universität Gießen sowie des Herder-Instituts für historische Ostmitteleuropaforschung widmen sich ab April 2014 im SFB/TRR 138 dem Thema "Dynamiken der Sicherheit. Formen der Versicherheitlichung in historischer Perspektive". Sie untersuchen, wie sich in der Geschichte Vorstellungen von Sicherheit entwickelten und wie diese in den politischen Prozess gelangten. Dabei geht es um die Darstellung und die Herstellung von Sicherheit – Vorgänge, die einander bedingen und deren Verhältnis in historisch unterschiedlichen Dynamiken und Prozessstrukturen erforscht werden soll. Diese dynamischen Prozesse fasst der SFB/TRR 138 begrifflich als 'Versicherheitlichung'. Durch die Einbeziehung historischer Kontexte und Fragestellungen leistet er eine umfassende Analyse der politischen Dynamiken, mit denen Versicherheitlichungsprozesse bzw. die ihnen entgegengesetzten Entsicherheitlichungsprozesse verbunden sind – einschließlich ihrer Ambivalenzen und Dialektiken. Versicherheitlichung wird im SFB nicht als ein stets zielgerichteter und vorgegebener gleichbleibend ablaufender Prozess mit vorhersagbarem Ausgang verstanden, sondern als variabler Prozess mit Überlagerungen, Inkonsistenzen, Regressionen und Diskontinuitäten.

Der disziplinäre Schwerpunkt der 19 Teilprojekte des SFB/TRR liegt auf geschichtswissenschaftlichen Projekten, deren Untersuchungszeitraum von der Antike bis zur Gegenwart reicht, doch sind die historischen Teilprojekte strukturell und inhaltlich mit Teilprojekten aus den für den Forschungsansatz zentralen Sozialwissenschaften sowie den Rechtswissenschaften und der Kunstgeschichte verknüpft. Die gemeinsame, die Teilprojekte übergreifende Forschungsarbeit des SFB/TRR wird in fünf Konzeptgruppen geleistet, die grundlegende Formen und Elemente Versicherheitlichung in systematischer Absicht analysieren. Das Forschungsziel des SFB/TRR ist eine umfassende Typologie von Versicherheitlichungsprozessen.

 

 

 

 

Datenbanken des SFB/TRR 138

A01 — Versicherheitlichung durch Geiselstellungen von der Antike bis zur Frühen Neuzeit 

  

A03 — Dynastische Eheverträge und Versicherheitlichung

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Die vorliegende Datenbank dokumentiert die Ergebnisse des Teilprojekts A01 "Versicherheitlichung durch Geiselstellungen von der Antike bis zur Frühen Neuzeit", welches im SFB/TRR 138 "Dynamiken der Sicherheit" an den Universitäten Marburg und Gießen angesiedelt ist. Das Projekt widmet sich dem Phänomen ein- wie wechselseitiger Geiselstellung – in Abgrenzung zu Geiselnahme oder Kriegsgefangenschaft – als Vertragsgarantie im Rahmen auswärtiger Beziehungen von der römischen Antike über das Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit. In nachfolgender Falldatenbank werden epochenübergreifend und -vergleichend historisch-politische Kontexte analysiert, in denen dieses Instrument Dialektiken der Herstellung und Darstellung von Sicherheit im Wege symbolischer Kommunikation bzw. sukzessiver Normierung erkennbar werden lässt. Ziel ist es, die gewonnenen Ergebnisse einer wissenschaftlichen Öffentlichkeit zu präsentieren und für die verschiedensten wissenschaftlichen Zugänge nutzbar zu machen.

 

Zu den wissenschaftlichen Zielen des Teilprojekts A03 gehört die Erstellung der Datenbank "Dynastische Eheverträge der Frühen Neuzeit (1500-1800). Angestrebt ist die systematische Erfassung und Erschließung sämtlicher Eheverträge königlicher Dynastien im Europa der Neuzeit (Gesamtcorpus: etwa 700). Im Zentrum steht dabei die forschungsorientierte Aufbereitung und Bereitstellung der Vertragsinhalte anhand eines Analyserasters, das während der 1. Förderphase des SFB/TRR 138 erarbeitet wurde. Informationen über die beteiligten Dynastien und Gemeinwesen sowie die konkret involvierten politischen Akteure werden ebenso aufgenommen wie die Inhalte der Verträge, die Beteiligung ständischer Instanzen, konfessionelle Bestimmungen, begleitende vertragliche Regelungen oder vorangegangene Konflikte, jeweils mit Verweisen auf archivalische und gedruckte Überlieferungen der Vertragstexte. Damit stellt die Datenbank "Dynastische Eheverträge der Frühen Neuzeit (1500-1800)" einen umfangreichen und anhand unterschiedlicher Parameter durchsuchbaren Zugang zu dynastischen Eheverträgen der Frühen Neuzeit dar, die einen zentralen Bestandteil des europäischen Vertragsrechts bilden.

 

General Research Programme of the SFB/TRR 138

Throughout history, at least since the beginnings of modern statehood, the security of individuals has been both the objective of government and the legitimation for government. Thus, the societal notion of security and the dealing with it have always been of vital significance for the form and formation of existing and emerging political orders. It is beyond question that security has become a powerful topos, a key concept, capable of legitimating a vast number of political actions. Since April 2014, the researchers at the universities of Marburg and Gießen as well as the Herder Institute for Historical Research on East Central Europe have devoted themselves to the issue “Dynamics of security. Forms of securitization from a historical perspective” in the SFB/TRR 138. They investigate how perceptions of security have developed throughout history and how these were involved in the political process. In doing so, the SFB/TRR takes research approaches from political science, specifically the model of securitization of the Copenhagen School of International Relations, and develops these further out of a historical perspective. The research association thus performs, for the first time, a comprehensive analysis of the political dynamics with which securitization processes and the opposing desecuritization processes are linked - including their ambivalence and dialectics.

To do so, the SFB/TRR does not apply any fixed, static understanding of security. Instead, security is seenas changeable and variable within the historical process, as a social construct that is the object of competing interpretations and interests and can thus only be comprehended historically, like other fundamental concepts and values in socio-political language. It follows from this approach that the research association’s analysis does not focus on a period of time, such as the most recent  contemporary history that has previously been at the fore of security research, but transcends the boundaries of eras and thus investigates and, if necessary, breaks them down. The objective of the collaborative, interdisciplinary research work of SFB/TRR 138 - including history, social sciences, law, history of art - is initially to create a set of analysis tools and finally, over the course of the twelve-year funding period, achieve an overall typology of the dynamics of security throughout history.




 

 

 

 

 

 

 

Forschungsprogramm des SFB/TRR 138

Sicherheit ist ein Schlüsselbegriff der internationalen wie nationalen politischen Diskussion, dessen Bedeutung in den letzten Jahren noch gewachsen ist. Forscherinnen und Forscher der Philipps-Universität Marburg und der Justus-Liebig-Universität Gießen sowie des Herder-Instituts für historische Ostmitteleuropaforschung widmen sich ab April 2014 im SFB/TRR 138 dem Thema "Dynamiken der Sicherheit. Formen der Versicherheitlichung in historischer Perspektive". Sie untersuchen, wie sich in der Geschichte Vorstellungen von Sicherheit entwickelten und wie diese in den politischen Prozess gelangten. Dabei geht es um die Darstellung und die Herstellung von Sicherheit – Vorgänge, die einander bedingen und deren Verhältnis in historisch unterschiedlichen Dynamiken und Prozessstrukturen erforscht werden soll. Diese dynamischen Prozesse fasst der SFB/TRR 138 begrifflich als 'Versicherheitlichung'. Durch die Einbeziehung historischer Kontexte und Fragestellungen leistet er eine umfassende Analyse der politischen Dynamiken, mit denen Versicherheitlichungsprozesse bzw. die ihnen entgegengesetzten Entsicherheitlichungsprozesse verbunden sind – einschließlich ihrer Ambivalenzen und Dialektiken. Versicherheitlichung wird im SFB nicht als ein stets zielgerichteter und vorgegebener gleichbleibend ablaufender Prozess mit vorhersagbarem Ausgang verstanden, sondern als variabler Prozess mit Überlagerungen, Inkonsistenzen, Regressionen und Diskontinuitäten.

Der disziplinäre Schwerpunkt der 19 Teilprojekte des SFB/TRR liegt auf geschichtswissenschaftlichen Projekten, deren Untersuchungszeitraum von der Antike bis zur Gegenwart reicht, doch sind die historischen Teilprojekte strukturell und inhaltlich mit Teilprojekten aus den für den Forschungsansatz zentralen Sozialwissenschaften sowie den Rechtswissenschaften und der Kunstgeschichte verknüpft. Die gemeinsame, die Teilprojekte übergreifende Forschungsarbeit des SFB/TRR wird in fünf Konzeptgruppen geleistet, die grundlegende Formen und Elemente Versicherheitlichung in systematischer Absicht analysieren. Das Forschungsziel des SFB/TRR ist eine umfassende Typologie von Versicherheitlichungsprozessen.